Moritz Wächter

Was mich antreibt

Ich könnte Ihnen jetzt hier von meinem Leben erzählen, von meiner Kindheit, meiner Schule, meinen Jobs und Referenzen. Teilweise werde ich das tun.

Doch es gibt da etwas, das wichtiger ist. Es ist, was mich antreibt.

Manchmal gibt es – wenigstens gefühlt – Dinge, die einem in die Wiege gelegt sind. Dinge, zu denen man eine besondere Beziehung hat.
„Erzählen konnte er wie ein Wasserfall“, pflegten meine Erzieherinnen zu sagen. In der Schule wurde es nicht besser. 

Böse Zungen könnten jetzt sagen, dass das der Weg in die Politik ist. 

Doch es gibt auch Dinge, zu denen man eine gewisse Antipathie empfindet. Zu strenge Gesellschaftsnormen zum Beispiel. Dabei geht es nicht um Basics, sondern um die unterschwellig ausgespielten Regeln, die wir haben. Das geschlechtsspezifische Verhalten von Mann und Frau zum Beispiel. Oder starre Hierachien.

Und warum mache ich das ganze hier?
Nun, ich glaube, dass wir, gerade um unseren Lebensstandard zu erhalten und zu bessern viel tun müssen. Wir leben in einer Welt, in der die Ärmsten der Ärmsten gegeneinander ausgespielt werden, während einige Wenige unfassbaren Reichtum auf sich vereinen. Wir leben in einer Welt, in der nicht entscheidend ist, wo man hin will, sondern wo man herkommt. Wir leben in der Gefahr, dass autoritäre Regime den westlichen Demokratien Konkurrenz machen – und drohen, zu gewinnen.

In unserem Land geht es sehr vielen Menschen gut. Materielle Armut ist nahezu ausgelöscht. Auf der restlichen Welt jedoch ist sie nach wie vor existent. Durch unseren Lebensstil, unsere Freiheit, unseren Konsum sorgen wir für Leid und Elend auf anderen Kontinenten. Auf der einen Seite sind wir alle Täter. Aber diese Feststellung alleine ist keine Kunst. Besser: Jeder von uns hat die Möglichkeit, etwas zu verändern. Anzupacken. Das soll mein Grund sein, morgens aufzustehen.

Jedes unserer Leben ist endlich. Und bei über 7 Milliarden Menschen auf dem Planeten sind wir alle nur ein kleines Rad im Getriebe. Aber jedes kleine Rad wird gebraucht, kann Impulse geben, kann die Welt verändern. Es klingt pathetisch, ja nahezu arrogant.

Aber was ist, wenn ich heute sterben würden. Oder Sie. Hat es einen Sinn, vielleicht sogar einen tieferen Sinn gegeben, dass Sie, ja genau Sie gelebt haben? 

Das heisst nicht, dass alles im Leben immer politisch korrekt sein muss. Das ist es nicht. Manchmal ist etwas nur besonders aufregend. Manchmal auch öde und anstrengend. Wie das Leben eben ist.

Doch dadurch lernt man dazu.
Nun, all das ist es. Der Gedanke, dass meine Kinder es einmal besser haben werden als ich
Das ist, was mich antreibt. Und Sie?

Moritz Wächter